{"id":334,"date":"2014-03-26T16:36:52","date_gmt":"2014-03-26T16:36:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.amitayus.net\/vn\/?p=334"},"modified":"2014-03-26T16:36:52","modified_gmt":"2014-03-26T16:36:52","slug":"thien-that-muoi-ngay","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/amitayus.net\/de\/2014\/03\/26\/thien-that-muoi-ngay\/","title":{"rendered":"10 Tage Meditation!!!"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.amitayus.net\/vn\/2014\/03\/26\/thien-that-muoi-ngay\/young-meditators\/\" rel=\"attachment wp-att-336\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-336\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.amitayus.net\/vn\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/young-meditators.jpg?resize=200%2C118\" alt=\"young-meditators\" width=\"200\" height=\"118\" \/><\/a>Nam Mo A Di Da Phat und einen sch\u00f6nen guten Tag,<\/p>\n<p>ich wurde gebeten, eine Art Bericht \u00fcber den eben vergangen Meditationsretreat zu verfassen. Gerne nutze ich diesen Anlass, um zum einen meine Erlebnisse zu schildern und zum anderen, meine Hochachtung zu versichern.<\/p>\n<p>Die Tage waren lang und letztendlich doch zu kurz. Erst gestern sind wir um halb 0 Uhr vom Klausurzentrum aus abgefahren, nach Hause. Gegen 3 Uhr nachts waren wir angekommen, und um 3:30 Uhr war es \u00fcblich, zumindest in den letzten 10 Tagen, aufzustehen, um um 4 Uhr den Tag mit der ersten Meditationsrunde zu starten. Daran war ich schon gew\u00f6hnt, und konnte deshalb nicht mehr lange schlafen&#8230; Nun, zun\u00e4chst muss ich sagen, dass ich mich wirklich nicht beklagen kann, obwohl es insgesamt teilweise sehr anstrengend war, genau genommen der anstrengendste Retreat, den ich jemals mitgemacht habe. Doch gerade diese Anstrengung brachte mir u.a. mehr Disziplin, mehr Ausdauer und auch mehr Geduld bei. All diese drei Dinge waren bei mir vorher fast wie nicht vorhanden. Nun habe ich endlich den Samen eingesetzt. Ich muss ihn nur noch regem\u00e4\u00dfig begie\u00dfen.<\/p>\n<p>Und auch trotz der Tatsache, dass ich als einziger junger Mensch teilgenommen habe, hat es mir sehr gefallen. Ich kam mit dem Wissen, dass ich zum ersten Mal alleine f\u00fcr mich da sein werde, es wird mich niemand gro\u00df ablenken k\u00f6nnen. Es war, als ob mich eine innere Kraft gepusht h\u00e4tte, die sagt &#8220;du musst das jetzt durchziehen. Diese Chance ist eine Art Privileg. Die musst du nutzen.&#8221;<br \/>\nVor allem den einzigen Unterricht am Tag empfand ich als erstens mehr als lehrreich und zweitens viele meiner Gedanken best\u00e4tigend, weshalb ich keine Minute davon verpasst habe. Mir ist bewusst, dass ich viel zu oft nicht mit der Masse denke, sondern eigene \u00dcberlegungen mit den Erfahrungen, die ich tagein tagaus mache, kombiniere, um mir eine Meinung bilden zu k\u00f6nnen. Eine, welche ich tats\u00e4chlich vertreten kann &#8211; auch, wenn viele Menschen, hier meine ich haupts\u00e4chlich solche, welche der vietnamesischen &#8216;buddhistischen&#8217; Gemeinschaft angeh\u00f6ren, sie nicht akzeptieren, weil sie mich nicht verstehen. Weil ich keine Glatze habe und mich M\u00f6nch oder Nonne nennen kann. Wie kann ich da Recht haben? Wer bin ich, was habe ich schon zu sagen? Nun, ich habe gelernt, darum geht es ja auch nicht. Entweder, man versteht, oder man versteht nicht. Richtig? Hauptsache, niemals vergessen: &#8220;Wenn sich Milch und Wasser vermischen, muss man diese beiden Elemente trennen k\u00f6nnen.&#8221;<\/p>\n<p>Die Meditation selbst hab ich nicht nur beim Sitzen ausge\u00fcbt, sondern best\u00e4ndig, wann immer es ging. Nat\u00fcrlich kann ich mich noch lange nicht als Meditationsprofi bezeichnen, blo\u00df weil ich einen zehnt\u00e4tigen Crash-Kurs genossen habe&#8230; Doch solange ich nicht aufgebe und den Glauben nicht verliere, dann wird sich mit Sicherheit ein Erfolg abzeichnen &#8211; einen, den man nicht nur nach Au\u00dfen hin sieht, sondern auch von Innen. Das Ziel der Meditation ist schlie\u00dflich das Erkennen des eigenen Geistes. Das, was wir als &#8220;ICH&#8221; bezeichnen d\u00fcrfen. Sobald man ihn klar vor sich hat, kann man damit kooperieren.<br \/>\nZusammenfassend war das Sitzen die ersten zwei Tage eine Qual. Nicht nur die Beine machten Drama bis hin zu Kopfschmerzen, auch der R\u00fccken, der nie gerade sein wollte, die Schultern, die sich verspannten, die Atmung, welche viel zu unregelm\u00e4\u00dfig war und nat\u00fcrlich die rasenden Gedanken, die einfach nicht zur Ruhe kommen wollten. Doch ich habe auch kein Wunder erwartet. Mir wurde beigebracht, ich muss nur alles beobachten &#8211; beobachten hei\u00dft jedoch weder mitlaufen, noch komplett ausl\u00f6schen &#8211; und mit der Zeit ginge es aufw\u00e4rts; das stimmte auch. Die Schmerzen verblassten langsam, das Sitzen fiel immer leichter, bis irgendwann nichts mehr weh tat, bzw. ich kam eindeutig besser damit klar. Auch die Atmung beruhigte sich, parallel zu den immer deutlicheren Gedanken.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt war die Umgebung ein wichtiger Punkt, der zur Ruhe beigetragen hat. Die Landschaft ist fantastisch, es gibt einfach nichts, au\u00dfer Natur und einen Haufen Spinnen und bis auf die 5 Ordinierten noch vier kluge Hunde mit Charakter, die kann man fast als kleine Kinder ansehen. An diesem Punkt muss ich sagen, dass ich eines bereue: Ich habe die frische, kalte Luft des Gebirges nicht oft genug bewusst genossen.<\/p>\n<p>Ein Abschlusswort, ebenfalls entnommen aus dem Unterricht:<br \/>\n&#8220;Ihr vergesst doch sowieso, was ich hier erz\u00e4hlt habe, wenn ihr es \u00fcberhaupt verstanden &#8211; und zwar TATS\u00c4CHLICH verstanden &#8211; habt, und praktiziert nicht.&#8221; Dar\u00fcber muss ich immer noch schmunzeln. Entschuldige, ehrw\u00fcrdiger Thay Hanh Tan, aber nicht mit mir! \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Ich danke der Nonne f\u00fcrs Kochen, denn ohne sie w\u00e4re ich irgendwie verhungert und nat\u00fcrlich allen restlichen Mitglieder des Amitayus f\u00fcr all die Erfahrungen, die ich in der kurzen Zeit machen durfte.<br \/>\nMit der Hoffnung, dass sie mich weiterhin auch au\u00dferhalb des Zentrums im stressigen Leben pr\u00e4gen, verbleibe ich mich freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p>Thien Nghiem<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nam Mo A Di Da Phat und einen sch\u00f6nen guten Tag, ich wurde gebeten, eine Art Bericht \u00fcber den eben vergangen Meditationsretreat zu verfassen. Gerne nutze ich diesen Anlass, um zum einen meine Erlebnisse zu schildern und zum anderen, meine Hochachtung zu versichern. Die Tage waren lang und letztendlich doch zu kurz. 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