{"id":313,"date":"2014-03-26T16:18:18","date_gmt":"2014-03-26T16:18:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.amitayus.net\/vn\/?p=313"},"modified":"2014-03-26T16:18:18","modified_gmt":"2014-03-26T16:18:18","slug":"erstes-quartal-einfaches-und-genuegsames-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/amitayus.net\/de\/2014\/03\/26\/erstes-quartal-einfaches-und-genuegsames-leben\/","title":{"rendered":"Erstes Quartal: Einfaches und Gen\u00fcgsames Leben"},"content":{"rendered":"<p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-314\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.amitayus.net\/de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/halbe_strecke-300x168.jpg?resize=300%2C168\" alt=\"halbe_strecke\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/amitayus.net\/de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/halbe_strecke.jpg?resize=300%2C168&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/amitayus.net\/de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/halbe_strecke.jpg?w=400&amp;ssl=1 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Was\u00a0ist nach drei Monaten im KlausurZentrum passiert? Dies ist eine Frage, die viele Interessenten am Leben der Ordinierten im KlausurZentrum sich gestellt haben. Vor allem die, die innig mit dem Zentrum verbunden sind und in der letzten Zeit oft vorbeigeschaut haben, verfolgen kritisch und gespannt die Geschehnisse und Entwicklungen im Klausurzentrum.<\/p>\n<p>Wenn man genau sein m\u00f6chte, m\u00fcsste man sagen, dass es jeden Tag etwas Neues zum Erz\u00e4hlen gibt. Alles in einem ist aber jeder Tag eine Wiederholung der vorangegangenen und ein Muster der nachfolgenden Tage.<\/p>\n<p>Das Klausurzentrum hat bereits zu seiner Ordnung gefunden. Jeden Morgen um 4 Uhr finden sich alle entweder im Reine-Land- oder Vajrayana- Praxisraum ein, um bis 6 Uhr zu praktizieren. Danach bereitet der K\u00fcchendienst ein einfaches Fr\u00fchst\u00fcck bestehend aus Reissuppe und Brot zu, damit alle um 6.30 Uhr fr\u00fchst\u00fccken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Meistens ist das Fr\u00fchst\u00fcck so gegen 7 Uhr beendet, sodass anschlie\u00dfend Besen in die H\u00e4nde genommen werden, um auf dem Hof Bl\u00e4tter zu kehren. Dies ist eine Arbeit, die sowohl das Saubermachen des Klausurzentrums, als auch eine Gymnastik an der frischen nat\u00fcrlichen Luft darstellt. Au\u00dferdem ist es auch eine \u00dcbung in der man sich von schlechtes Karma, das jeder Mensch in diesem und vielen vergangenen Leben verursacht hat, reinigen kann.<\/p>\n<p>Um 8 Uhr versammeln sich die Novizen wieder im Reine-Land-Praxisraum um das Gro\u00dfe Sukhavativyuha Sutra zu rezitieren, einem Kapitel aus dem Maha Ratnakuta Sutra, welches vom Hochehrw\u00fcrdigen Thich Tri Tinh ins Vietnamesische \u00fcbersetzt wurde. Um 10 Uhr bringt einer der Novizen, der f\u00fcr die Zeremonien und Sauberhaltung der Gebetsr\u00e4ume eingeteilt ist, den Buddhas Speisen dar, w\u00e4hrend der K\u00fcchendienst das Mittagessen f\u00fcr die Gemeinschaft vorbereitet, welches meistens aus einem w\u00fcrzigen Gericht, einer Gem\u00fcsepfanne oder einem Salat und einer Suppe besteht, die zusammen mit Reis gegessen werden. W\u00e4hrend die Novizen vormittags praktizieren, k\u00fcmmere ich mich um die Angelegenheiten des Klausurzentrums um es f\u00fcr seine Bewohner auf seinen ersten Winter vorzubereiten. Frank und Xiaoqing streichen und putzen in dieser Zeit die obere Etage des Nonnen- und Laienhauses, um es f\u00fcr das anstehende Phowa-Seminar wohnlich zu machen.<\/p>\n<p>Genau um 11.30 Uhr versammeln sich alle wieder im Speiseraum um sich Essen zu nehmen und anschlie\u00dfend mit der Essenszeremonie zu beginnen. Normalerweise dauert diese etwa eine Stunde. Danach findet um 13 Uhr eine Unterrichtsstunde statt, am Montag und Mittwoch auf Vietnamesisch und am Dienstag und Donnerstag auf Deutsch. Im ersten Monat bestand der Lehrstoff aus Vinaya, damit die Sch\u00fcler durch diese Praxis zum einen ihren Geist sammeln und zum anderen den Wunsch \u00e4u\u00dfern, mehr und intensiver an das Wohl aller Lebewesen zu denken.<\/p>\n<p>Nach dieser Lehreinheit wurde das Sutra in 42 Kapiteln behandelt und gelernt. Der Grund warum dieses Sutra als Lehrstoff gew\u00e4hlt wurde liegt in seinem allumfassenden Inhaltsumfang, darunter die Unterweisung in Aktivit\u00e4ten, Zielsetzungen und Richtungen von Ordinierten. Dieses Sutra wurde von den M\u00f6nchen Kasyapa-Matanga und Dharmaraksha aus Ausz\u00fcgen der buddhistischen Sutren zusammengestellt und stellt einen unsch\u00e4tzbaren Nutzen f\u00fcr Praktizierende dar. Au\u00dferdem wird darin eine sehr detailierte Unterweisung zur Transformation des Geistes gegeben.<\/p>\n<p>Nach dem Unterricht findet um 15 Uhr bis 17 Uhr die Abendpraxis statt. Im Anschluss folgt eine Opfergabezeremonie f\u00fcr Hungergeister durch einen eingeteilten M\u00f6nch oder Nonne.<\/p>\n<p>In dieser Praxiseinheit rezitieren die Novizen, die die Reine-Land-Schule praktizieren, das Amitabha Sutra und im Anschluss daran den Namen dieses Buddhas bis 16.30 Uhr, um dann die Reuepraxis mit Niederwerfung vor den Buddhas bis 17 Uhr durchzuf\u00fchren. Danach stehen jedem zwei ein halb Stunden f\u00fcr pers\u00f6nliche T\u00e4tigkeiten wie W\u00e4sche waschen, Duschen etc. zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Um 18 Uhr besteht die M\u00f6glichkeit Abend zu essen, welches aus den aufgew\u00e4rmten Resten des Mittagessens besteht. Allerdings schwand die Zahl der Abendesser ab Mitte des zweiten Monats, sodass zum Ende des Monats keiner der Bewohner mehr zu Abend a\u00df. Nur ab und zu nehmen einige nach bewegungsreichen T\u00e4tigkeiten eine Kleinigkeit wie zum Beispiel Kekse oder Brot und etwas Tee zu sich um den kleinen Hunger zu stillen. Von 19.30 Uhr bis 21.30 Uhr finden sich nahezu alle wieder im Vajrayana-Praxisraum ein. Zuerst wird eine Weile still gesessen, dann folgt entweder das Rezitieren vom Compassion Mantra oder eigene Praxis, wof\u00fcr derjenige bereits eine Erm\u00e4chtigung erhalten hat. Um 22 Uhr ist schlie\u00dflich Nachtruhe im Klausurzentrum. Nach einem langen Tag empfindet es jeder als sehr entspannend und angenehm, sich hinzulegen und auszuruhen um sich f\u00fcr einen neuen Praxistag vorzubereiten.Was f\u00fcr Besonderheiten sind im Klausurzentrum bereits geschehen? In den vergangenen drei Monaten sind zwei erw\u00e4hnenswerte Dinge geschehen:<\/p>\n<p>1.\u00a0Die Entstehung einer Gruppe aus Laien zur Unterst\u00fctzung des Klausurzentrums: bei einem Treffen mit drei Teilnehmern aus Berlin, vier aus Tschechien und f\u00fcnf aus Dresden wurde beschlossen, eine Gruppe aus Laien mit dem Namen \u201eAvalokiteshvara\u201c zur Unterst\u00fctzung des Klausurzentrums zu gr\u00fcnden. Da das Klausurzentrum den Namen Amitayus tr\u00e4gt wurde festgelegt, dass die Gruppe den Namen Avalokiteshvara Bodhisattva tragen soll, was sich als sehr passend erweist, da dieser Bodhisattva mit tausend Augen und tausend Armen stets den Buddha Amitayus unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Momentan hat diese Gruppe noch keinen Vorstand, nur einige Repr\u00e4sentanten f\u00fcr die jeweiligen Regionen, wie Herr Thien Son f\u00fcr Berlin, Frau An Thien f\u00fcr Dresden und Frau An Vi f\u00fcr Tschechien. Hoffentlich steigt eines Tages die Anzahl der Mitglieder dieser Gruppe auf mindestens 500, sprich genau so viele Augen und Arme wie der Bodhisattva. Die Aufgaben dieser Gruppe bestehen aus dem selbst\u00e4ndigen Lernen der vom Klausurzentrum ausgeh\u00e4ndigten Texte \u00fcber die Grundlagen den Buddhismus und der Teilnahme an die j\u00e4hrlich f\u00fcr die Mitglieder stattfindenden Kurse zur Praxis und zum Studium sowie zur Pr\u00fcfung des Verst\u00e4ndnisses, welches sie sich \u00fcber die Zwischenzeit angeeignet haben. Au\u00dferdem wird die Gruppe das Klausurzentrum in \u00e4u\u00dferlichen Angelegenheiten unterst\u00fctzen, damit seine st\u00e4ndigen Bewohner sorglos und unbek\u00fcmmert sich vollkommen auf ihre Praxis und ihr Studium konzentrieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>2.\u00a0Das Phowa Seminar, die Bewusstseins\u00fcbertragung, angeleitet von seine Heiligkeit Logha Rinpoche: obwohl dieses Seminar den normalen Tagesablauf des Klausurzentrum ein wenig ver\u00e4ndernd beeinflusste, brachte es aber alles in einem mehr Nutzen als Schaden; die vietnamesischen Seminarteilnehmer bem\u00fchten sich die Hausordnung des Klausurzentrums gem\u00e4\u00df den\u00a0Vorgaben einzuhalten, die deutschen Teilnehmer m\u00fcssen sich noch mehr anpassen und die chinesischen Teilnehmer liegen auch so im Mittelma\u00df. (weitere Einzelheiten sind ausf\u00fchrlich im Bericht \u00fcber das Phowa Seminar geschrieben)<\/p>\n<p>An dieser Stelle ist zu erw\u00e4hnen, dass die Familie von Frau Thuy aus Tschechien zwei Freiwillige, n\u00e4mlich ihr Ehemann und ihr j\u00fcngere Bruder, dem Seminar \u00fcber die ganze Dauer als K\u00f6che zur Verf\u00fcgung gestellt haben, die den Seminarteilnehmern sowohl schmackhafte als auch gesunde Speisen servierten. Und damit noch nicht genug, diese Familie hat alle f\u00fcr die Verpflegung ben\u00f6tigten Zutaten, ebenso wie Geschirr und Servietten etc. gespendet; es wurde jedem von Verpflegung bis hin zu Hygiene alles bereit gestellt. Das bestellte Geschirr aus rostfreiem Edelstahl ist unterdessen p\u00fcnktlich eingetroffen um den Bedarf zur einfachen Verpflegung um Klausurzentrum zu decken. Jedem Teilnehmer wurde ein Zimmer zugewiesen und ein Tablett mit einer kleinen Schale, einer gro\u00dfen Sch\u00fcssel, einem Teller, einem Becher, einem L\u00f6ffel, einer Gabel und einem Messer ausgeteilt. F\u00fcr dieses Tablett ist jeder selbst verantwortlich, je nachdem wie hygienisch man es bedarf, so muss man sich dementsprechend auch selbst darum k\u00fcmmern. Hauptsache das Tablett wird beim Verlassen des Klausurzentrums wieder in ordentlichem Zustand zur\u00fcckgegeben. Sogar Rinpoche, Khenpo und der \u00dcbersetzer etc. speisen mit dem oben genannten Geschirr und Besteck. Ordinierte benutzen anstatt der gro\u00dfen Sch\u00fcssel eine Almosenschale.<\/p>\n<p>Die Teilnehmer dieses Seminars haben Gefallen daran gefunden und haben den Nutzen erkannt, weshalb sie das Klausurzentrum um einen Kurs zur Wiederholung gebeten haben. Dies beschert dem Zentrum eine weitere Veranstaltung im Dezember dieses Jahres. Bevor Rinpoche uns wieder verlassen hat, habe ich ihn f\u00fcr n\u00e4chstes Jahr wieder zu uns eingeladen und seine Heiligkeit hat f\u00fcr zwei Seminar zugesagt; erstens einem Vorbereitungskurs f\u00fcr Dzogchen, f\u00fcr Teilnehmer mit viel Zeit und Kraft f\u00fcr eine Praxis von vier bis sechs Stunden aufw\u00e4rts pro Tag, zweitens einen weiteren Phowa Kurs f\u00fcr diejenigen, die bereits dieses Jahr daran teilgenommen haben ebenso f\u00fcr diejenigen, die dieses Jahr noch nicht daran teilnehmen konnten und diese Praxis erlernen m\u00f6chten.<\/p>\n<p>Zusammengefasst ist das Leben im Klausurzentrum sehr monoton f\u00fcr Menschen, die es etwas lebhafter m\u00f6gen, und sehr ansprechend f\u00fcr Menschen, die ihr Leben spirituell ausrichten. Jeder Tag, der hier vergeht wird von der Gemeinschaft als einen sinnvollen Tag mit St\u00e4rkung des Geistes, mit Segen der Buddhas und mit Begleitung der Bodhisattvas auf dem spirituellen Weg der Gemeinschaft.<\/p>\n<p>Zu diesem Anlass m\u00f6chte ich gerne bekannt geben, dass ab Mitte August die Hausordnung des Klausurzentrums offiziell in Kraft tritt, wie bereits seit sieben Monaten im Internet angek\u00fcndigt.<\/p>\n<p>Dies bedeutet, dass das Zentrum seine Pforten f\u00fcr einfache G\u00e4ste schlie\u00dft. Diejenigen, die kommen wollen werden gebeten sich vorher anzumelden und ein Formular auszuf\u00fcllen, Laien sollten mindestens drei komplette Tage f\u00fcr Praxis zuz\u00fcglich einen Tag zur Anreise und einen Tag zu Abreise einplanen (insgesamt also f\u00fcnf Tage). Ordinierte m\u00fcssen mindestens 21 komplette Tage f\u00fcr Praxis und wie bei den Laien jeweils einen Tag f\u00fcr An- und Abreise einplanen (insgesamt also 23 Tage).<\/p>\n<p>Da es im Klausurzentrum n\u00f6tig ist, eine festgelegte Ruhe einzuhalten, werden Ordinierte und Laien um Verst\u00e4ndnis und um Zusammenarbeit bzw. Unterst\u00fctzung der Praxis gebeten.<\/p>\n<p>Verehrung dem Bodhisattva der unerm\u00fcdlichen Strebsamkeit Mahasamantabhabdra.<\/p>\n<p><em>Bhiksu Thich Hanh Tan<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was\u00a0ist nach drei Monaten im KlausurZentrum passiert? Dies ist eine Frage, die viele Interessenten am Leben der Ordinierten im KlausurZentrum sich gestellt haben. Vor allem die, die innig mit dem Zentrum verbunden sind und in der letzten Zeit oft vorbeigeschaut haben, verfolgen kritisch und gespannt die Geschehnisse und Entwicklungen im Klausurzentrum. 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