{"id":304,"date":"2014-03-26T16:16:00","date_gmt":"2014-03-26T16:16:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.amitayus.net\/vn\/?p=304"},"modified":"2014-03-26T16:16:00","modified_gmt":"2014-03-26T16:16:00","slug":"der-erste-monat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/amitayus.net\/de\/2014\/03\/26\/der-erste-monat\/","title":{"rendered":"Der erste Monat"},"content":{"rendered":"<p>\u201cAller Anfang ist schwer.\u201c Dies ist eine Redewendung aus der Erfahrung unserer Vorv\u00e4ter. Genau dasselbe sage ich mir auch immer selbst, wenn ich mit einer neuen Arbeit beginne. Diesmal aber ging es nicht um eine neue Arbeit, sondern seit dem 03.04.2010 um einen neuen Abschnitt in meinem Leben.<\/p>\n<p>Ich sage, es fing mit diesem Tag an, weil es der erste Tag war, an dem wir offiziell das Zentrum Amitayus in Sch\u00f6nfeld als solches \u00fcbernahmen. Eigentlich fing alles schon einige Monate vor diesem Tag an, n\u00e4mlich als mir ein dauerhafter Aufenthalt in Laos nicht gew\u00e4hrt wurde und ich mir Gedanken wegen einem geeigneten Ort sowohl f\u00fcr meinen eigenen Retreat als auch f\u00fcr die der Sch\u00fcler, die in Beziehung mit mir stehen, machen musste. Zuerst kam mir die Idee, Inseln anzuwerben. Dann fiel die Wahl aber auf Bauernh\u00f6fe und zuletzt ehemalige Gasth\u00e4user. W\u00e4hrend dieser Suche kamen allerdings noch einige Anst\u00f6\u00dfe von au\u00dfen, die der Sache noch mehr W\u00fcrze gaben.<\/p>\n<p>Ich nutze hiermit auch diese Gelegenheit um mich bei Dieu Nhon und Hue Bao zu bedanken, die mich in Laos kontaktiert und die mich zu meiner R\u00fcckkehr nach Deutschland \u00fcberredet haben. Sie haben sogar angeboten einen geeigneten Platz im westlichen Teil von Deutschland, es war die Rede von Norddeich, zu suchen. Dank den beiden haben viele Menschen von meiner R\u00fcckkehr und dem Kauf des Objektes in Schmiedeberg erfahren. Ich bedanke mich auch bei Dong Bi, der ebenfalls Kontakt zu mir aufgenommen hat und sich bei der Spendensammlung sehr engagiert zeigte. Die meiste Zeit und Manneskraft investierten f\u00fcr die Entstehung des Zentrums unter anderem Dieu Hoa, Thien Lien, Thien Son, Thien Bao, Thien Bao und Thien Tien, Tam Huong, Mai und viele mehr. Ihnen und nat\u00fcrlich auch allen Spendern gilt der besondere Dank, ohne sie w\u00e4re so ein Projekt nicht m\u00f6glich gewesen.<\/p>\n<p>Am 02.12.2009 hatte ich im Internet \u00fcber das Angebot von diesem Objekt gelesen, am 05.12.2009 besichtigte meine Schwester dieses Haus und rief mich in Laos an um mir zu sagen, dass alles mit der Beschreibung im Internet \u00fcbereinstimmt und f\u00fcr ein Retreatplatz geeignet w\u00e4re. Daraufhin habe ich mein Programm ge\u00e4ndert und anstatt ein Visum mit Daueraufenthalt f\u00fcr Taiwan zu beantragen, mir ein Ticket nach Deutschland gekauft. Am 08.12.2009 landete ich in Berlin, am 12.12. besichtigte ich zusammen mit 6 weiteren Personen den Ort um mit eigenen Augen das Objekt zu sehen und zu pr\u00fcfen, ob es f\u00fcr mein Vorhaben denn auch wirklich brauchbar sei. Die friedliche Energie des Ortes und die sch\u00f6ne Landschaft in der Abgeschiedenheit haben mich sofort eingenommen. Ein Kaufvertrag wurde beim Notar am 16.12. unterschrieben, danach folgte der Legalisierungsprozess des Zentrums als K\u00f6rperschaft. Am 31.12. kehrte ich nach Thailand zur\u00fcck um an einem Meditationskurs teilzunehmen, wof\u00fcr ich mich vor meiner Reise nach Deutschland eingeschrieben hatte. Die 40 Tage im Meditationszentrum verflogen wie im Flug, w\u00e4hrend die Laien Buddhisten auch in dieser Zeit weiterhin unerm\u00fcdlich Spenden f\u00fcr das Zentrum sammelten. Am 23.03.2010 kam ich wieder nach Deutschland und vereinbarte mit dem ehemaligen Besitzer, dass wir das Objekt an dem Gedenktag des Avalokiteshvara Bodhisattva (Bodhisattva des Mitgef\u00fchls) \u00fcbernehmen wollten, da ich aus dem Wissen, dass mein Verdienst und meine Erfahrung im Praktizieren noch sehr begrenzt ist ich mich deshalb auf die Kraft des Bodhisattvas st\u00fctzen wollte.<\/p>\n<p>Auf dem Weg von Berlin nach Schmiedeberg musste ich mehrmals l\u00e4cheln, als ich an das Kausalit\u00e4tsgesetz dachte. Nachdem wir den Vertrag unterschrieben hatten, fragte mich Thien Bao (ein Laie, der mir sehr nahe steht), wie ich mein Leben im Zentrum im n\u00e4chsten Jahr (d.h. 2010) verbringen w\u00fcrde. Ich habe ihn daraufhin geantwortet, dass wahrscheinlich eine Isomatte, ein Schlafsack und ein kleiner Altar f\u00fcr meine Praxis ausreichen w\u00fcrden. In der freien Zeit zwischen der Praxis w\u00fcrde ich mit dem Aufr\u00e4umen anfangen und auf die R\u00fcckkehr der Sch\u00fclern warten (Mein Meister der Hochehrw\u00fcrdiger Thich Nhu Dien, Gr\u00fcnderabt der Pagode Vien Giac hatte mir das auch so vorgeschlagen, als ich ihn Ende M\u00e4rz 2010 besuchte, bevor ich mich ins Zentrum zur\u00fcckzog). Als ich nach diesen 40 Tagen der Meditation nach Taiwan flog um mit meinen Sch\u00fclern einige Zeit zu verbringen, habe ich die Nachricht bekommen, dass sich mir einige Buddhisten schon in der Anfangszeit anschlie\u00dfen wollen. Wir fuhren mit 4 W\u00e4gen von Berlin nach Schmiedeberg, unter den Begleitern waren nat\u00fcrlich auch Besucher, die diesen \u201eRuheort\u201c kennenlernen und sich von uns dort verabschieden wollten.<\/p>\n<p>Viele von Ihnen waren von der sch\u00f6nen Landschaft des Erzgebirg beeindruckt. Auch fanden sie Gefallen an dem Grundst\u00fcck und dem Geb\u00e4ude, doch die K\u00e4lte und das Chaos im noch unaufger\u00e4umten Haus haben vielen einen Schrecken eingejagt. Nichtsdestotrotz haben sie innerhalb von weniger als einer Stunde einen Raum so hergerichtet, sodass wir mit allen n\u00f6tigen Andachten den Gedenktag des Bodhisattvas mit Rezitationen vollziehen konnten. Wir baten ihn um seinen Segen f\u00fcr unser KlausurZentrum, damit jeder die n\u00f6tige Inspiration bekomme und hier ein Ort der wahren Praxis entstehe. An der Andacht nahmen auch die Ehrw\u00fcrdige Nonne Thich Nu Dieu Phuoc, Thich Nu Dieu Bach sowie etwa 30 Laien Buddhisten teil. Die Zeremonie hat den Raum verwandelt und eine innige und bindende Atmosph\u00e4re hat stellte sich ein. Der Kraft des Bodhisattvaherzen ist es zu verdanken, dass uns ein Ehepaar aus Tschechien mit Speisen versorgt hat. Nach dem Mittagessen fuhren die Ehrw\u00fcrdige Nonnen und einige Laien zur\u00fcck nach Berlin, da sie einen weiten Weg zu beschreiten hatten. Die anderen, zum Teil aus Berlin und Dresden gaben sich viel M\u00fche, um die zwei Etagen, die uns vom Vorbesitzer zur Verf\u00fcgung gestellt wurden, einigerma\u00dfen wohnlich zu machen. Bis zum Abendessen hatten wir ein angenehmes Esszimmer, K\u00fcche und einige Schlafzimmer hergerichtet. Auch die Heizung funktionierte in der Zwischenzeit und gab ihre angenehme W\u00e4rme an uns, sodass jeder so wirkte als sei er sehr mit sich zufrieden. Diese harte Arbeit wurde haupts\u00e4chlich von den Buddhisten aus Dresden und Berlin \u00fcbernommen, wie An Thien, Dieu Am, Dong Le, Thien Tien, Thien Bao, Thien Son, Chuc Hang, Truyen, Ninh etc.<\/p>\n<p>Nun nach einem Monat sind die W\u00e4nde nicht mehr so kalt wie am Anfang. Dennoch stehen noch sehr viele Arbeiten an Sanierung und Renovierung in der n\u00e4chsten Zeit an. Z.B. muss eine neue Heizanlage eingebaut werden, da die jetzige Heizung nicht die Leistung erbringt um das komplette Haus zu beheizen, was damit zusammenh\u00e4ngt, dass der vorherige Besitzer nur zu dritt das Haus bewohnte und deshalb die urspr\u00fcngliche Heizanlage ausgebaut, verkauft\u00a0und anschlie\u00dfend nur eine kleinere Heizanlage eingebaut hat, die seinen Bedarf an Wohnfl\u00e4che ausschlie\u00dflich im Obergeschoss deckt. Die T\u00fcren und Fenstern m\u00fcssen ebenfalls isoliert, ein Vordach zum Schutz vor Wasser muss angebracht, die Au\u00dfenw\u00e4nde und Holzverkleidungen m\u00fcssen geschliffen und gestrichen, die Stromverkabelung muss gepr\u00fcft, die B\u00f6den m\u00fcssen ausgelegt, Betten, Matratzen, Decken, Kissen etc. m\u00fcssen gekauft und der Garten muss aufger\u00e4umt werden. Viele andere Arbeiten sind noch unerledigt, bei welchen wir ganz auf die Laien angewiesen sind, sowohl finanziell als auch durch Manneskraft, denn die ordinierten Mitglieder des Zentrum sind f\u00fcr das weltliche Leben total nutzlos, sie widmen sich nur ihrer Praxis! Es ist nicht falsch zu behaupten, dass unser KlausurZentrum ein Platz f\u00fcr faule Praktizierende ist, die jeden Tag acht Stunden ausschlie\u00dflich nur mit Meditation, Rezitation und Niederwerfung verbringen wollen. Deshalb werden andere Arbeiten von Laien \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Auch hier, \u00e4hnlich w\u00e4hrend meines Aufenthaltes in Laos, bringen die Laien Gem\u00fcse und Obst als Opfergabe f\u00fcr das Zentrum. Einige Mitglieder des Zentrums machen sich manchmal Gedanken und fragen, was ist wenn die Leute nichts oder nicht genug bringen w\u00fcrden. Ich sage, dann essen wir einfach Reis mit eingelegten Sojabohnen, davon haben wir genug. Wichtig ist das Praktizieren und nicht das Denken an so viele andere Dinge.<br \/>\nIn so kurzer Zeit, nach einem Monat ist das Leben im Zentrum relativ geregelt, der Stundenplan wird nun schon fast planm\u00e4\u00dfig eingehalten. Besondere Praxis anl\u00e4sslich der Gedenktage von Buddhas und Bodhisattvas wird extra eine Woche vorher angewandt und ganzt\u00e4gige Praxis (d.h. von 4h bis 21h30) speziell an diesen Tag durchgef\u00fchrt. Neulich haben wir im Zentrum den Gedenktag des Bodhisattva Cundi mit Praxis belegt. Als n\u00e4chstes ist die Praxiswoche vom 11.05 &#8211; 17.05 dem Manjushri Bodhisattva, vom 22.05 &#8211; 28.05 dem Shakyamuni Buddha gewidmet. Solche Praxiswochen wird es auch weiterhin im KlausurZentrum geben.<\/p>\n<p>M\u00f6ge der Verdienst, der durch das Praktizieren von allen Mitglieder im Zentrum und von allen Praktizierenden in der Welt, den Frieden im Geist der Menschen und in der Welt bringen.<\/p>\n<p>Verehrung dem Bodhisattva der unerm\u00fcdlichen Strebsamkeit Mahasamantabhabdra.<\/p>\n<p><em>Bhiksu Thich Hanh Tan <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201cAller Anfang ist schwer.\u201c Dies ist eine Redewendung aus der Erfahrung unserer Vorv\u00e4ter. Genau dasselbe sage ich mir auch immer selbst, wenn ich mit einer neuen Arbeit beginne. Diesmal aber ging es nicht um eine neue Arbeit, sondern seit dem 03.04.2010 um einen neuen Abschnitt in meinem Leben. 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