{"id":300,"date":"2014-03-26T16:11:06","date_gmt":"2014-03-26T16:11:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.amitayus.net\/vn\/?p=300"},"modified":"2014-03-26T16:11:06","modified_gmt":"2014-03-26T16:11:06","slug":"freie-presse-die-buddhistischen-moenche-von-schoenfeld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/amitayus.net\/de\/2014\/03\/26\/freie-presse-die-buddhistischen-moenche-von-schoenfeld\/","title":{"rendered":"FREIE PRESSE: Die buddhistischen M\u00f6nche von Sch\u00f6nfeld"},"content":{"rendered":"<p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/farm1.staticflickr.com\/802\/40992219912_166c00a6af_c.jpg?resize=640%2C756&#038;ssl=1\" alt=\"freie-presse-867x1024\" width=\"640\" height=\"756\" \/><script async src=\"\/\/embedr.flickr.com\/assets\/client-code.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<p>Vietnamesen haben ein Kloster im Osterzgebirge aufgebaut &#8211; G\u00e4ste kommen aus ganz Deutschland Sch\u00f6nfeld (dapd-lsc). Von stiller Einkehr sp\u00fcren G\u00e4ste des buddhistischen Klosters in Sch\u00f6nfeld nahe Schmiedeberg bei ihrer Ankunft erst einmal nichts. An der T\u00fcr werden Besucher von Kunzang, einem wei\u00dfen Sch\u00e4ferhund, und Kyobsang, einem Husky, neugierig bellend begr\u00fc\u00dft. &#8220;Beide Hunde sind erst ein Jahr alt und toben gern, doch auch sie werden einmal reifer und ruhiger&#8221;, sagt Thich Hanh Tan l\u00e4chelnd. Der 47-j\u00e4hrige Vietnamese ist der Abt des Klosters, das er vor rund anderthalb Jahren in dem 240-Seelen-Dorf im Osterzgebirge er\u00f6ffnet hat.<\/p>\n<p>Seither kommen Menschen aus ganz Deutschland in das abgelegene buddhistische Zentrum &#8220;Amitayus&#8221;, um inneren Frieden und Gelassenheit zu finden. F\u00fcr Fremde ist das Kloster von au\u00dfen nur schwer zu erkennen. Der als Fl\u00fcchtlingskind in Hannover aufgewachsene Abt kaufte Anfang 2010 ein bankrottes erzgebirgisches Gasthaus und zwei Nebengeb\u00e4ude in Sch\u00f6nfeld f\u00fcr 120.000 Euro. Vieles wurde im Originalzustand belassen. Nur bunte Wimpel am Haus deuten auf einen spirituellen Ort hin.<\/p>\n<p>&#8220;Wir brauchen einen Platz, an dem wir uns zur\u00fcckziehen k\u00f6nnen&#8221;, erkl\u00e4rt Thich Hanh Tan, der mit f\u00fcnf M\u00f6nchen und zwei Nonnen auf dem Anwesen lebt. Ein Auto haben sie nicht. Telefoniert wird nur zwei Mal am Tag zu bestimmten Uhrzeiten. &#8220;Das erspart uns Stress und Unregelm\u00e4\u00dfigkeit.&#8221;<\/p>\n<p>Der Buddhismus gilt als stressabbauend, friedliebend und stabilisierend f\u00fcr die Pers\u00f6nlichkeit. Er will den Weg zum Gl\u00fcck durch Mitgef\u00fchl und Toleranz lehren. \u00dcberm\u00e4\u00dfiger Konsum, Ehrgeiz, Konkurrenzkampf oder gar Hass sind in der viertgr\u00f6\u00dften Weltreligion tabu.<\/p>\n<p>Auch in Deutschland f\u00fchlen sich davon offenbar immer mehr Menschen angezogen. Seit 1980 stieg die Zahl der buddhistischen Gruppen von 15 auf 620, wie die Sprecherin des Dachverbandes Deutsche Buddhistische Union (DBU), Michaela Doepke, erkl\u00e4rt. Tausende Deutsche feierten den Dalai Lama, das geistliche Oberhaupt der tibetischen Buddhisten, bei seinem Besuch 2009 in Deutschland.<\/p>\n<p>Von den bis zu 500 Millionen Buddhisten weltweit leben sch\u00e4tzungsweise 250.000 in der Bundesrepublik &#8211; ohne allerdings amtlich registriert zu sein, wie es bei den christlichen Kirchen und j\u00fcdischen Gemeinden der Fall ist. Etwa die H\u00e4lfte der Buddhisten hierzulande sind laut DBU Asiaten, zumeist mit vietnamesischen und thail\u00e4ndischen Wurzeln. Gro\u00dfe buddhistische Gruppen finden sich vor allem in Berlin, M\u00fcnchen, Hamburg, Freiburg, K\u00f6ln, Bonn und im Ruhrgebiet. Aber auch in Dresden und Leipzig gibt es Zentren.<\/p>\n<p>Die keusch lebenden M\u00f6nche und Nonnen in Sch\u00f6nfeld verbringen den Tag \u00fcberwiegend mit Meditation und dem Rezitieren von Mantras, heiligen Versen, die zu Selbstfindung und damit Erl\u00f6sung f\u00fchren sollen. In einem Raum, der in warmen Gelb- und Rott\u00f6nen gehalten ist, umweht Weihrauch mehrere Buddha-Figuren.<\/p>\n<p>Sport oder schwere k\u00f6rperliche Arbeit sind die Ausnahme. &#8220;Das Haus verlassen wir t\u00e4glich nur zum Fegen des Hofes und Ausfuhren der Hunde&#8221;, sagt Thich Hanh Tan. Eingekauft wird nicht. Die M\u00f6nche leben von den Nahrungs- und Geldspenden der Dorfbewohner und Besucher, die daf\u00fcr bis aus dem 40 Kilometer entfernten Dresden kommen. Auch das Anwesen sei mit Spendengeld bezahlt worden, sagt der Abt.<\/p>\n<p>Die Seminare sind deshalb gratis. &#8220;Wir haben G\u00e4ste aus dem Osten und Westen Deutschlands. Sogar aus der Schweiz und \u00d6sterreich waren schon Besucher da&#8221;, sagt Thich Hanh Tan, der in Hannover und Indien seine buddhistische Ausbildung absolviert hat. Die Pl\u00e4tze sind allerdings rar. Zehn Wochenkurse mit Meditation und Einf\u00fchrung in den Buddhismus gaben die M\u00f6nche in Sch\u00f6nfeld 2011, dieses Jahr sollen es nur noch sieben sein. &#8220;Das vergangene Jahr war zu anstrengend, sieben Seminare reichen v\u00f6llig&#8221;, sagt der 47-J\u00e4hrige.<\/p>\n<p>Die Nachbarn sch\u00e4tzen die freundlichen M\u00f6nche. &#8220;Ihr Anblick in den safrangelben Kutten ist zwar ungew\u00f6hnlich, aber sie haben sich offenbar gut eingelebt&#8221;, sagt eine Frau, die ihren Namen nicht nennen m\u00f6chte. Thich Hanh Tan kann das nur best\u00e4tigen und dr\u00fcckt damit zugleich die Philosophie des Buddhismus aus: &#8220;Sch\u00f6nfeld hat eine gute und ruhige Atmosph\u00e4re, in der wir gern leben.&#8221;<\/p>\n<p>dapd<br \/>\nerschienen am 13.01.2012<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vietnamesen haben ein Kloster im Osterzgebirge aufgebaut &#8211; G\u00e4ste kommen aus ganz Deutschland Sch\u00f6nfeld (dapd-lsc). Von stiller Einkehr sp\u00fcren G\u00e4ste des buddhistischen Klosters in Sch\u00f6nfeld nahe Schmiedeberg bei ihrer Ankunft erst einmal nichts. 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